Capsule Wardrobe: Warum ich nur mehr schwarze Schuhe kaufe

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Capsule Wardrobe oder: Warum ich nur mehr schwarze Schuhe kaufe

“Weniger ist mehr” – ein viel strapazierter Stammbuch-Spruch, nach dem aber in der Realität kaum jemand lebt – mich ganz besonders eingeschlossen. Wir horten Dinge, die sich über Jahre angesammelt haben, mal nützlich waren oder – so vermuten wir ganz fest – es irgendwann noch werden können.

Mit Schrecken erinnere ich mich an meinen letzten Umzug. Schon beim Packen der Umzugskisten bin ich auf viele Dinge gestoßen, bei denen ich mich gar nicht mehr daran erinnern konnte, sie überhaupt zu besitzen. Geschweige denn, sie demnächst mal zu verwenden. Zum damaligen Zeitpunkt war nicht genügend Zeit, um noch auszusortieren, darum kam alles in Umzugskisten – und damit von der alten in die neue Wohnung. Gut ein Jahr hat es gedauert, bis ich mich tatsächlich über die letzten, gut im Dachbodenabteil verstauten Schachteln hergemacht habe. So ein Ausmisten dann und wann fühlt sich gut an, doch mit den Kisten auf dem Dachboden ist es nicht getan.

“Ich habe NICHTS zum Anziehen!”

Regelmäßig stehe ich morgens vor meinem prall gefüllten Kleiderschrank, ziehe – noch etwas schläfrig und schon mit einem Blick auf die Uhr – Kleidungsstücke aus dem Kasten. Die himbeerfarbene Hose, die mir so gut steht, hatte ich schon lange nicht mehr an. Außerdem könnte ich die schwarze Bluse mal wieder tragen, die war immerhin ziemlich teuer. Gesagt, getan. Doch womit kombinieren? Die schwarze Weste passt nicht zur Bluse und die blaue Weste darüber nicht zur Hose … also nochmals von vorne: Doch eine Jeans? Oder T-Shirt statt Bluse? Und wenn das entschieden ist – welche Schuhe passen denn da am Besten dazu?! Ziemlich zeitraubend – und ebenso frustrierend. Doch das muss nicht so bleiben.

Kleiderschrank-Inhalt
Viele unterschiedliche Farben und Muster: An und für sich schön, aber schwer miteinander zu kombinieren.

“Capsule Wardrobe” lautet das Zauberwort

Dieser Begriff steht dafür, nur eine bestimmte Anzahl an Kleidungsstücken zu besitzen, zum Beispiel 33 oder 37, irgendetwas in der Größenordnung, das man selbst vorab festlegt. Der alles entscheidende Vorteil dieser Art von Garderobe: Die Kleidungsstücke lassen sich alle einwandfrei miteinander kombinieren. Viermal im Jahr sieht man den gesamten Kleiderschrank-Inhalt durch, packt etwa die Wintersachen in eine Schachtel am Dachboden und holt dieselbe Anzahl Frühlingsklamotten aus eben dieser. Kleidungsstücke, die man in den letzten drei Monaten gar nicht oder nur ungern angezogen hat, werden aussortiert. So ist nächstes Jahr wieder Platz für Neues, das besser passt!

Der Weg von einem bunt-gemischt Kleiderfundus zur praktischen Capsule Wardrobe ist gar nicht so einfach. Aussortiert hab ich für’s Erste – auch wenn ich noch nicht so mutig war, zu zählen, wie viel Kleidung genau übrig ist. Ist fürchte nämlich, es sind noch immer deutlich mehr als 40 Stück. Und das ist meine absolute Obergrenze, die ich für mich festgelegt habe (Socken und Unterwäsche natürlich ausgenommen). Der nächste Schritt ist nun, den Stil meiner zukünftigen Capsule Wardrobe festzulegen und danach nochmal strikt zu entscheiden, was bleiben darf. Dafür brauche ich allerdings noch etwas Zeit, denn das will wohl überlegt sein.

Der Anfang ist gemacht

Bei den Schuhen bin ich mir jetzt schon sicher, dass ich die zukünftig nur mehr welche in schwarz kaufen werde. Und das funktioniert bisher super! Bereits erprobt beim gemeinsamen Shoppen mit einer Freundin, die wunderschöne silbernen Schuhe – genau mein Stil! – entdeckt hat. Statt mich zu ärgern, dass ich dieses Paar nicht kaufen “darf”, war ich sogar richtig erleichtert, weniger Qual der Wahl zu haben, da für mich nur mehr schwarze Schuhe in Frage kommen. (Psst: Zwei noch relativ neue, bunte Paare dürfen aber vorerst bleiben, bis ich meine endgültige Garderobe zusammengestellt habe.)

(Fast) alle schwarz, um sie immer optimal kombinieren zu können.

Von der himbeerfarbenen Hose hab ich mich übrigens überraschenderweise wenig wehmütig verabschiedet. Und je weiter das Aussortieren fortschreitet, desto leichter fällt es mir. Was man mit den aussortierten Kleidungsstücken machen kann, außer sie zu spenden oder langsam und mühselig für wenige Euro auf Marktplatz-Plattformen zu verkaufen, verrate ich euch bald in einem anderen Blogartikel.

Das Gefühl, nichts zum Anziehen zu haben, habe ich übrigens seit meinem Aussortieren schon deutlich seltener! Weniger kann also doch tatsächlich mehr sein.

Überlegt ihr auch, auf eine Capsule Wardrobe oder zumindest auf eine reduzierte Garderobe umzusteigen? Oder lebt ihr bereits damit? Ich freu mich über eure Tipps und Kommentare dazu!

11 Kommentare

  1. Also so krass runterbrechen könnte ich nicht, aber ich habe auch einmal gewaltig ausgemistet und bin froh darüber 🙂 Ausser bei der Sommerkleidung – da magich die Vielfalt. Das mit den Schuhen habe ich schon seit Jahren – ausser den Sportschuhen und ein paar Sommersandaletten ist alles schwarz 😀
    lg Sabrina
    PS: Ich war im gleichen Hagenberg Jahrgang wie du 😀

    1. Glaub ich dir, ist immer ein gutes Gefühl nach dem Ausmisten! 🙂 Ganz zur Capsule Wardrobe hab ich’s ja auch noch nicht geschafft, aber ich arbeite daran …

      Ich weiß … hab dich letztens schon in der Linzer Blogger-Gruppe entdeckt und find deinen Blog super! 🙂

  2. Echt cool, Kathi! Du schreibst echt super! Auch dein Kuba-Blog ist toll!

    Ich habe so eine Ahnung um was es bei dem Blog gehen wird: „Was man mit Kleidung noch tun kann außer zu Spenden oder zu verkaufen!“ 😀 Ich bin gespannt! 😉

    Lg Babsi

  3. Hut ab! Ausmisten fällt mir zur Zeit auch sehr einfach, das war nicht immer so. Aber es fühlt sich toll an. Ich weiß allerdings nicht ob ich es jemals schaffen werde, auf sehr wenige Kleidungsstücke zu reduzieren, obwohl ich auch meistens die selbe Garderobe aus dem Schrank ziehe.

    Kommentar meiner Mama als ich gestern eine neue Fuhr ausgemisteter Klamotten vorbei brachte: „Hast du jetzt eigentlich noch etwas im Schrank?“

    Danke für deine Inspiration liebe Kathi!

    1. Danke für deinen lieben Kommentar! 🙂

      Die Reaktion von deiner Mama kann ich mir gut vorstellen bei den Mengen 😉 Und der Anfang ist damit ja schon gemacht, egal ob du auf eine fixe Anzahl an Kleidungsstücken reduzierst oder nicht.

  4. Hi Kathi,

    super Artikel! Ich hab es leider auch noch nicht geschafft aber ein paar Kleidungsstücke hab ich schon aus dem Schrank genommen und zumindest mal auf den Dachboden geräumt 😉

    Mal schauen, vielleicht hab ich dieses Wochenende mal Zeit :-).

    LG Alex

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